Der Aufstand hat erst begonnen.

28 Tage lang sind wir jeden Morgen im Regierungsviertel aufgewacht. Der Blick auf Paul-Löbe-Haus und Kanzler*innen-Amt. Mitten im Zentrum der politischen Macht dieses Landes haben wir unser Camp aufgeschlagen, den Hungerstreik der letzten Generation ausgerufen und den politischen Alltag seitdem ordentlich durcheinander geworfen.

Wir, das waren nicht nur die sieben Hungerstreikenden, sondern auch viele weitere Supporter*innen im Camp und darüber hinaus. Wie ihr schon mitbekommen habt, waren wir auf dieser Reise nicht immer der gleichen Meinung. Wir haben unterschiedliche Vorstellungen gehabt, wie der Hungerstreik zu seinem Ende kommen sollte und sind schließlich auf den letzten Metern zwei getrennte Wege gegangen – als Team #TakeTheChair und Team trockener Hungerstreik.

Die Tage und Wochen des Streiks haben an uns gezerrt, körperlich, aber vor allem auch mental. Und trotzdem haben wir diesen Kampf gemeinsam bestritten. Der Hungerstreik war Teamwork!

Es hat jede*n einzelnen in der Gruppe gebraucht, um zu erreichen, was wir erreicht haben: Eine unglaubliche Welle der Medienaufmerksamkeit, ein Um- und Weiterdenken bei so vielen Menschen, Gespräche mit Politiker*innen aller großen Parteien, die Zusage der drei Kanzlerkandidat*innen zu einem ausführlichen Gespräch nach der Wahl, die Unausweichlichkeit unseres Protests im Klima-entscheidenden Wahlkampf und die Gewissheit, dass ziviler Ungehorsam wirkungsvoll sein kann.

Auch wenn wir nun unterschiedlich weiter machen sollten, eint uns der Kampf für das selbe Ziel: Klimagerechtigkeit! Und die erstreiten wir nur in gegenseitiger Loyalität.

Wir sind überwältigt von all den berührenden Nachrichten, die wir bekommen haben, von der deutschlandweiten Solidarität auf der Straße und der weltweiten Berichterstattung. Die Politik war gezwungen Zugeständnisse zu machen und dennoch bleiben die Parteiprogramme die selben, der Kurs des zerstörerischen Wirtschaftswachstums bleibt der selbe, der Einfluss der Lobbys bleibt der selbe.

Deshalb wird es weitergehen. Danke, dass ihr uns bis hierhin begleitet habt! Wir waren der Hungerstreik der letzten Generation.

Der Aufstand hat gerade erst begonnen!

Erklärung zum Hungerstreik der letzten Generation

vom 30.08.2021

Seit dem 30. August 2021 befinden wir uns in einem unbefristeten Hungerstreik. Wir sind jung, aber wir sind bereit, unser Leben zu riskieren. Wir schätzen das Leben und wir wollen nicht sterben.

Aber unser Planet befindet sich in einer kritischen Lage. Unser Klima erhitzt sich und unsere Ökosysteme zerbrechen. Korruption und Machtkonzentration in den Händen weniger rauben uns jede Hoffnung auf Wandel. Mit dem Ausverkauf unserer Zukunft wird jede Minute Profit gemacht.

In diesem Moment geht es um Leben und Tod für die junge Generation. (…)

Unsere vollständige Erklärung zum Hungerstreik:

Wir fordern:

1. Ein sofortiges Gespräch mit Ihnen, den drei Kanzlerkandidat*innen Herrn Laschet, Herrn Scholz und Frau Baerbock, über den Mord an der jungen Generation.

2. Das Versprechen von Ihnen, in einer neuen Regierung direkt einen Bürger*innenrat einzuberufen. In diesem sollten Sofortmaßnahmen gegen die Klimakrise, unter anderem eine 100% regenerative Landwirtschaft, besprochen werden.

Wir beenden den Hungerstreik wenn unsere Forderungen erfüllt sind. Unser Leben liegt wortwörtlich in Ihren Händen.

Lina Eichler
Sasha Stier
Mephisto
Simon Helmstedt
Rumen Grabow
Henning Jeschke
Jacob Heinze

— Hungerstreikender weiterhin auf Intensivstation — Wahlergebnis fatal für Schutz unserer Lebensgrundlagen — Aufruf zum friedlichen Widerstand —

Team trockener Hungerstreik:

Nach Ende des Hungerstreiks muss der Streikende Henning Jeschke die dritte Nacht im Krankenhaus verbringen.  Nach 27 Tagen ohne Nahrung und 7 Stunden ohne Flüssigkeit musste er auf der Intensivstation versorgt werden.Ein lebensbedrohlich niedriger Puls hatte den Ärzten Sorge bereitet, weswegen er nach dem Telefonat mit Olaf Scholz und der Beendigung des Durststreiks umgehend die Notaufnahme der Charité Berlin aufsuchte. Heute wurde Jeschke auf die Station für Kardiologie verlegt. Sein Körper und insbesondere sein Herz sind weiterhin sehr schwach und er befindet sich unter dauerhafter ärztlicher Beobachtung. 


“Die leeren Stühle haben deutlich gezeigt: Die Kanzlerkandidat*innen achten unser wichtigstes Recht – das Recht auf Leben und unsere Lebensgrundlagen wie Essen uns Wasser – nicht. Es ist krass was für drastische Mittel notwendig sind, damit Politiker:innen auch nur ein kleines Stück von dem mörderischen Kurs abweichen auf dem wir uns gerade befinden”, sagt Henning Jeschke.


Olaf Scholz rief am Samstag Abend die trockenen Hungerstreiken Lea Bonasera und Henning Jeschke an und sicherte ihnen anders als vorher angekündigt auch ein öffentliches Gespräch über den Klimanotstand innerhalb der nächsten vier Wochen vor Kameras zu. 


Mit den Wahlergebnissen geben sich die Hungerstreikenden nicht zufrieden. “Wählen ist wichtig. Doch bei dieser Wahl konnten wir nur Klimazerstörung wählen. Keine Partei hat ein Programm das mit der 1,5-Grad-Grenze kompatibel ist”, sagt Pressersprecherin Carla Hinrichs. 


“Wir rufen alle Menschen, die wir durch unseren Hungerstreik berührt haben dazu auf, sich am zivilen Widerstand gegen die nächste Regierung zu beteiligen, denn es geht um das Überleben von Menschen schon heute und in Zukunft”, sagt Lea Bonasera, körperlich noch schwach aber auf dem Weg zur Besserung, zwei Tage nach Beendigung ihres Hunger- und Durstreikes. 

Pressekontakt: Carla Hinrichs 015773247074

+++ EIL: Hungerstreikende beenden trockenen Hungerstreik: Olaf Scholz sichert öffentliches Gespräch zum Klimanotstand zu +++

Team trockener Hungerstreik:


Berlin, 25.9.2021 – Sieben Stunden nach dem Beginn des trockenen Hungerstreiks – am 27. Tag des Hungerstreiks – hat SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz um 17.50 Uhr mit einem Anruf bei den Hungerstreikenden Lea Bonasera und Henning Jeschke ihrem Anliegen stattgegeben. Er sagte am Tag vor der Bundestagswahl einem öffentlichen Gespräch mit ihnen über den Klimanotstand innerhalb der nächsten vier Wochen zu.


“Unser Hungerstreik, als Mittel des zivilen Ungehorsams, hat die Blockadehaltung der Politiker:innen gebrochen. Unsere Entschlossenheit und die Solidarität vieler Menschen haben gesiegt. Das zeigt, dass ziviler Ungehorsam funktioniert und sich Politiker*innen mit der jungen Generation auseinandersetzen müssen”, erklärt Lea Bonasera, eine der Durststreikenden.”

Wir bedanken uns bei allen Menschen, die sich aktiv beteiligt haben. Nur so ist es möglich, dass wir uns in diesem Notfall als Gesellschaft gegen die Zerstörung und Ignoranz auflehnen.“


Henning Jeschke äußert sich nach fast vier Wochen ohne Nahrungsaufnahme: “Es ist ein dramatisches Zeichen, dass es dieses Schrittes bedurfte, damit die wissenschaftliche Realität in die öffentliche Debatte kommt. Obwohl wir jetzt ein Zugeständnis gewonnen haben, reicht das bei Weitem nicht. Alle Wahlprogramme schützen weiter das mörderische fossile System, welches uns in Kriege und Hungersnöte zu führen droht”, fügt der 21-Jährige hinzu.

“Wir haben eine Aufgabe: Wenn das politische System ungeeignet ist, müssen jetzt mehr denn je Tausende von Menschen für das Überleben einstehen und in vielfältige Formen des friedlichen Widerstands treten.”


Lea Bonasera und Henning Jeschke beenden ihren trockenen Hungerstreik und nehmen wieder Nahrung zu sich.


Pressekontakt und weitere Infos:

Carla Hinrichs 

Tel.: 015773247074

Mail: hungerstreik.info@gmail.com

— Trockener Hungerstreik hat begonnen — Olaf Scholz will Klimanotstand nicht anerkennen —


Hinweis: Team trockener Hungerstreik

Pressemitteilung:

Henning Jeschke und Lea Bonasera sind in den Durststreik getreten. Seit 11 Uhr verzichten die beiden neben der Nahrungsaufnahme auch auf die Aufnahme von Wasser. 


Ihr Leben liegt in den Händen von Olaf Scholz. Er muss, als möglicher zukünftiger Kanzler, die wissenschaftliche Realität anerkennen und den Klimanotstand ausrufen.


In einem Durststreik entspricht eine Stunde einem Tag im Hungerstreik. Die medizinische Situation spitzt sich für die schon ausgelaugten Körper von Stunde zu Stunde zu. 


“Der Klimanotstand ist real. Wie soll ein möglicher Wahlsieger Scholz den tödlichen Kurs verändern, wenn er das nicht anerkennt? Unsere Grundrechte werden mit seinem Plan für Klimaneutralität 2045 verletzt. Niemand steht über dem Gesetz, auch Scholz muss unsere Lebensgrundlagen schützen, solange leisten wir Widerstand,”sagt Henning Jeschke am 27. Tag Hungerstreik und seit 3 Stunden ohne Aufnahme von Wasser. 


“Olaf Scholz ist nicht in der Lage, dieses Land zu regieren, wenn er nicht die wissenschaftlichen Fakten anerkennt. Die Fakten, dass wir uns in einem absoluten Klimanotstand befinden. Mein Leben steht hier gerade akut auf dem Spiel, symbolisch für Milliarden Menschenleben die von der Klimakrise betroffen sind,” sagt Lea Bonasera am 6. Tag im Hungerstreik und seit 3 Stunden ohne Wasser Aufnahme.

Pressekontakt: Carla Hinrichs

Tel.: 015773247074

E-Mail: hungerstreik.info@gmail.com

Website: www.hungerstreik2021.de

Trockener Hungerstreik hat begonnen

Team trockener Hungerstreik:


—- Breaking !! —-

Nach einem Telefonat mit Olaf Scholz Büroleitung, indem bestätigt wurde, dass dieser nicht den Klimanotstand ausruft nahmen Lea Bonasera und Henning Jeschke einen letzten Schluck Wasser.

Jetzt befinden sie sich seit 11 Uhr im trockenen Hungerstreik!
Die Zeit läuft!

Die Politik versagt! Scholz zeigt: Er ist nicht in der Lage die wissenschaftliche Klima-Realität anzuerkennen. Das ist ein Schlag ins Gesicht der jungen Generation.

Trockener Hungerstreik ab 11 Uhr

Team trockener Hungerstreik:

+ Scholz erkennt Klimanotstand nicht an +

Wir brauchen jetzt Menschen, die den Wahnsinn des Weiter-So aufzeigen.

In einer Stunde geht’s los: Wir treten in den trockenen Hungerstreik. Bis Scholz den Notstand ausruft. Traurig, dass es notwendig ist.

+++NEUES ULTIMATUM AN SCHOLZ +++

TROCKENER HUNGERSTREIK DER LETZTEN GENERATION
Morgen droht sich der Hungerstreik der letzten Generation dramatisch zuzuspitzen.
Lea Bonasera, 24 Jahre, und Henning Jeschke, 21 Jahre, haben angekündigt ab dem Morgen des 25.09. in den trockenen Hungerstreik zu treten.

Dieser Schritt sollte nicht notwendig sein.
Weder der Hungerstreik noch ein anschließender Durststreik sollte notwendig sein.
Aber die politische Debatte ist kaputt. Sie schweigt den Mord an der jungen Generation und die unmittelbar drohende Unbewohnbarkeit großer Erdteile tot.

Der SPD-Kanzlerkandidat, der gerade in Umfragen führt und sich als Klimaschützer darstellt, hat es jetzt in der Hand. 2 Tage vor der Wahl.

NEUE FORDERUNG:
Wir beenden den Hungerstreik und treten nicht in den Durststreik, wenn OLAF SCHOLZ ehrlich ist:

Olaf Scholz erklärt öffentlich zum Hungerstreik: “Ja, Deutschland befindet sich im lebensbedrohlichen Klimanotstand”.
Er erkennt an, was er bislang schönredet: Mit dem laschen Wahlprogramm werden wir in den unumkehrbaren Klimazusammenbruch schlittern. Unsere Ernährung in Deutschland ist dadurch bedroht, wir werden Hungersnöte erleben.

In Kenia, Madagaskar, Jemen, und vielen weiteren Orten verhungern gerade Menschen infolge des Klimaverbrechens.

Noch haben wir hier in Deutschland Essen und Trinken. Die Lebensmittelpreise werden mit dem Klimakollaps aber explodieren.
Und Millionen Kinder in Deutschland sind auch jetzt schon darauf angewiesen, dass ihnen die Lehrerin ein Schulbrot zusteckt. Das kann nicht sein. Das hat mit sozial nichts zu tun, Herr Scholz.


WAS GESTERN GESCHAH
Das “Triell für das Überleben” mit den drei Kanzlerkanditat:innen hat wieder gezeigt: Sie interessieren sich nicht für die Menschen in dieser Gesellschaft. Alle drei laberten lieber in gewohnter Schönrede-Manier im TV anstatt das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte auch nur zu erwähnen. Eiskalt.

Sie wurden daher in dem gestrigen Gespräch durch langsam schmilzende Eisblöcke ersetzt.

Später kam Robert Habeck noch um die Ecke und redete mit Lea und Henning.
HIER EIN VIDEO

Wir appellieren an alle, die bereits wissen, dass wir uns im Klimazusammenbruch befinden:
Gehen wir heute mit dem Klimastreik auf die Straße und treten wir in den nächsten Wochen in den zivilen Widerstand – mit allen friedlichen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen.

“Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht” Bertold Brecht


Offener Brief von H. J. Schellnhuber

Offener Brief vom 22. September 2021

Liebe junge Menschen im Klimahungerstreik!


Ihr habt euch von mir ein öffentliches Statement zu eurer Aktion gewünscht, und ich denke, dass ich euch das auch schulde.


Denn ihr beruft euch auf die wissenschaftlichen Einsichten zu den existentiellen Risiken der gegenwärtigen Erderwärmung. Letztere wird zweifellos von unserem Wirtschaften mit fossilen Energieträgern verursacht. Zu diesen Einsichten habe ich in den letzten Jahrzehnten mit Veröffentlichungen beigetragen, und ich habe mich bemüht, die wichtigsten Forschungsergebnisse Entscheidungsträgern und Laien mitzuteilen und zu erklären.
Dass ihr alarmiert seid, ist nur folgerichtig – ich bin selbst in größter Sorge um die Zukunft unserer Zivilisation. (weiterlesen PDF)

Hans Joachim Schellnhuber

#takethechair: Aus dem “Hungerstreik der letzten Generation” wird der Aufbruch der vielen

Die Hungerstreikenden gehen getrennte Wege. Hier kommuniziert der Großteil der Gruppe, der den Streik beendet. Wir sprechen nicht im Namen der Menschen im angekündigten trockenen Hungerstreik. Wir rufen nicht dazu auf in den Hungerstreik zu treten. Ab sofort nutzen wir diese Website: https://take-the-chair.com/

Nach über drei Wochen Hungerstreik lautet das ernüchternde Ergebnis: die Kanzlerkandidat*innen sind im Angesicht der Klimakatastrophe sprech- und handlungsunfähig oder -unwillig. Es gab bis zuletzt keine Bereitschaft für ein öffentliches Gespräch.

Deshalb hat die Mehrzahl der ursprünglich Hungerstreikenden ihre Aktion beendet. Jacob Heinze, Rumen Grabow und Simon Helmstedt haben wieder angefangen zu essen, um zu Kräften zu kommen. Bereits am Sonntag hatten Lina Eichler und Mephisto das Hungern beendet hatten.

„Die Hoffnung liegt nicht in der Politik”, sagt Sprecherin Hannah Lübbert. “Die Hoffnung liegt bei den Menschen, die aufhören zu warten, die aufhören, das „Weiter-So“ zu akzeptieren und überall, auf alle Arten und Weisen, für Veränderung kämpfen.“

#takethechair – Drei Stühle werden frei bleiben, nehmt sie euch

Donnerstag, der 23. September – das ist der Termin, den wir den Kanzlerkandidat*innen vorgeschlagen haben, um mit uns über unsere katastrophale Zukunft zu sprechen. Wir wissen, dass diese Stühle leer bleiben werden.

Mit der „Erklärung der letzten Generation“ begann der Hungerstreik vor 24 Tagen. Darin heißt es:

Liebe Mitmenschen, hört uns bitte an! Wir sind die letzte Generation, die noch handlungsfähig ist. Es gibt nur diesen einen Planeten zum Überleben. […] Unser Klima erhitzt sich und unsere Ökosysteme zerbrechen. Korruption und Machtkonzentration in den Händen weniger rauben uns jede Hoffnung auf Wandel. Mit dem Ausverkauf unserer Zukunft wird jede Minute Profit gemacht.”

Deshalb rufen wir alle Menschen auf, sich diese Stühle zu nehmen – alle, die sehen, dass es so keine Zukunft gibt.

Gemeinsam rufen wir so auch zum globalen Klimastreik am 24.9. auf, und appellieren an Euch, darüber hinaus aktiv zu werden.

#takethechair

Jacob Heinze
Lina Eichler
Mephisto
Rumen Grabow
Simon Helmstedt

Hannah Lübbert (Pressekontakt: 152 0735 0960)

Danke!

Wir erfahren unglaublich viel Solidarität und Hilfe und dabei kommt es oft viel zu kurz, dass wir dafür einmal Danke sagen! Über unseren Fundraiser haben wir jetzt schon weit über 10.000 € zusammen bekommen und auch im Camp bekommen wir täglich – neben tatkräftiger und emotionaler Unterstützung – Geldspenden von euch.

Vieles versuchen wir ohne Kohle, auf einem solidarischen Prinzip aufbauend, zu organisieren. In einem kapitalistischen System sind aber auch wir leider auf finanzielle Mittel angewiesen, um den Hungerstreik und den Weg danach realisieren zu können. Von Herzen Danke, dass ihr dazu beitragt!


Tag 23: Solidarisches Fasten

Tag 23: Diese Woche hungern Menschen im ganzen Land solidarisch für eine begrenzte Zeit gemeinsam mit uns. Auch in Berlin haben sich Leute angeschlossen. Ein paar Gesichter wollen wir euch hier zeigen. Wir sind tief berührt davon, aber wollen dennoch nochmal deutlich darauf hinweisen nicht unabgesprochen und unvorbereitet in den Soli-Streik zu treten.
Hier einige Begründungen der Beteiligten:

„Warum muss es so weit kommen, dass Menschen sich gezwungen fühlen, ihre eigene Gesundheit zu gefährden? Dies sind keine Einzelfälle, sondern eine Kollektive an Menschen, denen das Überleben des Planeten wichtiger ist als das eigene Leben…“

„Ich faste solidarisch mit den Hungerstreikenden in Berlin, weil ich die Verzweiflung darüber verstehen kann, dass die politisch Verantwortlichen nicht die notwendigen Schritte zur Verhinderung der Klimakatastrophe Unternehmen.“

„Ich faste aus Verzweiflung, dass Politik, Konzerne und Bürger*innen nicht das Notwendige tun, um die Erderwärmung aufzuhalten.“

Statement zu Merkel

Am Montag äußerte sich Regierungssprecher Steffen Seibert darüber, dass Angela Merkel unseren Hungerstreik mit Sorge beobachte, aber sich in die Sache nicht einschalte.

Wir, die Hungerstreikenden, empfinden diese Bekundung der Sorge als doppelzüngig und unaufrichtig. Mag ihre private Besorgnis der Wahrheit entsprechen, war es gerade die Politik der vergangenen 16 Jahre unter Angela Merkel, die uns in diese verzweifelte Lage gebracht hat.

Nicht nur wurde politisches Handeln in der Vergangenheit verpasst, auch die Chance sich im letzten Moment ihrer Amtszeit klar für progressiven Klimaschutz zu positionieren, lässt Angela Merkel verstreichen.

Eine neutrale Position kann es in dieser exis­ten­ti­ellen Frage nicht geben, weshalb wir einmal mehr den Appell an die Anwärter*innen des Kanzler*innenamts – Baerbock, Scholz und Laschet – richten, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und endlich der Dringlichkeit der Lage entsprechend zu handeln.

Wie weiter?

Die Gruppe der Hungerstreikenden positioniert sich zur Frage nach dem weiterem Verlauf des Protests und findet zwei verschiedene Antworten auf die Frage, was nach dem Gesprächstermin am kommenden Donnerstag, 23.09., 19:00 Uhr, passiert.


Ein Teil der Hungerstreikenden stellt das Ultimatum, dass sie bei einem abgelehntem Gesprächsangebot in den trockenen Hungerstreik geht und dadurch auch die Aufnahme von Flüssigkeiten verweigert.
Der andere Teil kündigt für diesen Fall ihren Ausstieg aus dem Hungerstreik am Donnerstag an: “Wir treffen für uns die Entscheidung, dass es sich nicht mehr lohnt, den Kanzlerkandidat:innen noch mehr unseres wertvollen Lebens und unserer Gesundheit zu opfern. Wir wollen uns an anderer Stelle in dieser Gesellschaft als lebende, politische und gestaltende Individuen einbringen”.

Nach wie vor verweigern auch Menschen in Hannover, Bonn und Schwerin bereits seit Wochen die Nahrungsaufnahme. Mit dem heutigen Montag treten außerdem vier weitere Menschen in Berlin in den solidarischen Hungerstreik. Zudem werden viele Menschen morgen in Hamburg für mehrere Tage in Solidarität mit uns fasten.

Wir sind berührt von so viel Solidarität, möchten aber noch einmal eindringlich darauf hinweisen, dass wir niemanden zu einem Hungerstreik aufrufen. Ein solcher birgt, insbesondere unvorbereitet, ein enormes gesundheitliches Risiko und bedarf medizinischer Begleitung.

Tag 21: Pressebesuche und Plena

Kamerateams aus der ganzen Welt – weit über Europa hinaus – besuchen uns im Regierungsviertel. Gleichzeitig rauchen unsere Köpfe, weil wir im Plenum über die kommenden Tage diskutieren. Als Tagesabschluss wollen wir euch einen Einblick in unseren Camp-Alltag bieten, mit den sehr persönlichen Fotoeindrücken von Andreas Chudowski.

Tag 20: Belastungen nehmen zu

Gerne würden wir mehr positive Nachrichten teilen, darüber berichten welche Kraft von unserem Protest ausgeht oder über die ganzen tollen Begegnungen schreiben, die wir jeden Tag im Camp erleben. Aber die Lage bei den Hungerstreikenden wird gerade deutlich ernster.

Am heutigen Tag mussten zwei der Hungerstreikenden ins Krankenhaus eingeliefert werden – am Vormittag Lina und am Nachmittag Jacob. Lina musste daraufhin aus medizinischen Gründen aus dem Hungerstreik aussteigen. Auch Mephisto war schon seit einigen Tagen an ihrer äußersten Belastungsgrenze angekommen, sie sah sich ebenfalls gezwungen den Streik aus psychischen Gründen zu beenden.

Jacob befindet sich weiterhin in der Charité. Allen wünschen wir von Herzen alles Gute und schnelle Besserung.

Die Belastungen nehmen drastisch zu. Eine Linderung ist aufgrund der ausbleibenden Reaktion der Politik nicht in Sicht…

Sorge nach Gespräch mit Scholz: SPD-Kanzlerkandidat unterschätzt Ernst der Lage katastrophal.

Berlin. Freitag, den 18. September 2021. Olaf Scholz erklärte gestern Abend in Potsdam in einem direkten Austausch mit Jacob Heinze, Lina Eichler und Unterstützer*innen aus dem Hungerstreik der letzten Generation seine Haltung zur Klimakrise und zur Forderung der Hungerstreikenden. Seine Äußerungen belegen, wie katastrophal er den Ernst der Lage unterschätzt. 

“Olaf Scholz redet in einer beängstigenden Ruhe über seine Pläne, die unser Land direkt in die Klimakatastrophe führen. Das macht mir große Angst.”

Die Hungernden stellen daher nochmals klar:

Was von Frau Baerbock, Herrn Laschet und Herrn Scholz an Gesprächen angeboten wurde, bezieht sich in keiner Weise auf das, wofür wir hungern.
Sie verhöhnen unser Hungern mit ihrem Angebot privater Einzelgespräche nach den Wahlen. Und sie fahren fort, die Öffentlichkeit  mit Halbwahrheiten zu täuschen – genau wie in den Fragen der Klimapolitik. 

Richtig ist: Wir sechs Menschen der jungen Generation riskieren mit diesem Hungerstreik unsere Gesundheit, um ein öffentliches Gespräch vor den Wahlen zu führen, damit Gesundheit und Leben aller Menschen nicht länger verhökert werden können. 

Dieses Gespräch wird thematisieren, dass unsere Lebensgrundlagen gerade auf unvorstellbare und nicht wieder rückgängig zu machende Weise zerstört werden. Diese Wahrheit müssen wir an uns heranlassen. 

Richtig ist, dass die Kanzlerkanditat*innen den Menschen die Wahrheit über die Dramatik dieser Lage nicht zumuten und deshalb auch die notwendigen Veränderungen, um den Klimakollaps noch aufzuhalten, nicht in Gang bringen können. 

Unsere Einladung zu einem gemeinsamen öffentlichen Gespräch öffnet ihnen die Tür, die Wahrheit auszusprechen. Das von uns geforderte Einsetzen eines Bürger*innenrats zur Klimapolitik und erforderlichen Sofortmaßnahmen schafft die Möglichkeit, breite Zustimmung über notwendige weitreichende Maßnahmen herzustellen. 

Deshalb werden wir dieses öffentliche Gespräch führen, am 23.September 2021, 19 Uhr, vor dem Reichstag, die Einladung an die Kanzlerkandidat*innen gilt. Ihre Zusage wird unseren Hungerstreik beenden.


Hungerstreikende Lina (19 Jahre) im Krankenhaus

Heute, am Morgen des 20 Tages im Hungerstreik ist Lina im Camp zusammengebrochen. Sie wurde mit dem Rettungswagen in die Charité gebracht.
Wir sind voller Sorge um die Gesundheit von Lina und der anderen Hungerstreikenden. Wir müßen verzweifelt mit ansehen, wie die Politik die Augen verschließt – vor dem Zustand der Hungerstreikenden und vor dem unseres Planeten.

Unser Forderung nach einem öffentlichen Gespräch am 23.9.2021 um 19 Uhr vor dem Reichstag mit den drei Kanzlerkanditat*innen gilt.

Wir beenden unseren Hungerstreik, sobald wir eine Zusage bekommen.

Tag 19: Statement von Lina

Weil heute schon Menschen wegen der Klimakrise leiden und sterben, ist Lina im unbefristeten Hungerstreik. Sie sieht es als ihre Pflicht ihre Privilegien zu nutzen, um globale Gerechtigkeitskämpfe wie Klimagerechtigkeit, Anti-Rasissmus, Queer-Feminismus und Anti-Kapitalismus zu verbinden

Viel Unterstützung

Nicht nur an der Spree ist der Hungerstreik zu Hause – immer mehr Menschen im ganzen Land solidarisieren sich mit der letzten Generation und bringen ihre Unterstützung auf die Straße.

Wir sind ergriffen von den Aktionen, die uns erreichen. Gemeinsam können wir gerade viel erreichen!

In Lübeck gab’s eine sehr medienwirksame Kunstblutaktion, in Bremen wurde Armin Laschet mit Transparenten empfangen, Annalena Baerbock wurde unter anderem in Chemnitz mit uns konfrontriert – und aus Hamburg haben wir ein ganz besonderes Video bekommen: