Der Aufstand hat erst begonnen.

28 Tage lang sind wir jeden Morgen im Regierungsviertel aufgewacht. Der Blick auf Paul-Löbe-Haus und Kanzler*innen-Amt. Mitten im Zentrum der politischen Macht dieses Landes haben wir unser Camp aufgeschlagen, den Hungerstreik der letzten Generation ausgerufen und den politischen Alltag seitdem ordentlich durcheinander geworfen.

Wir, das waren nicht nur die sieben Hungerstreikenden, sondern auch viele weitere Supporter*innen im Camp und darüber hinaus. Wie ihr schon mitbekommen habt, waren wir auf dieser Reise nicht immer der gleichen Meinung. Wir haben unterschiedliche Vorstellungen gehabt, wie der Hungerstreik zu seinem Ende kommen sollte und sind schließlich auf den letzten Metern zwei getrennte Wege gegangen – als Team #TakeTheChair und Team trockener Hungerstreik.

Die Tage und Wochen des Streiks haben an uns gezerrt, körperlich, aber vor allem auch mental. Und trotzdem haben wir diesen Kampf gemeinsam bestritten. Der Hungerstreik war Teamwork!

Es hat jede*n einzelnen in der Gruppe gebraucht, um zu erreichen, was wir erreicht haben: Eine unglaubliche Welle der Medienaufmerksamkeit, ein Um- und Weiterdenken bei so vielen Menschen, Gespräche mit Politiker*innen aller großen Parteien, die Zusage der drei Kanzlerkandidat*innen zu einem ausführlichen Gespräch nach der Wahl, die Unausweichlichkeit unseres Protests im Klima-entscheidenden Wahlkampf und die Gewissheit, dass ziviler Ungehorsam wirkungsvoll sein kann.

Auch wenn wir nun unterschiedlich weiter machen sollten, eint uns der Kampf für das selbe Ziel: Klimagerechtigkeit! Und die erstreiten wir nur in gegenseitiger Loyalität.

Wir sind überwältigt von all den berührenden Nachrichten, die wir bekommen haben, von der deutschlandweiten Solidarität auf der Straße und der weltweiten Berichterstattung. Die Politik war gezwungen Zugeständnisse zu machen und dennoch bleiben die Parteiprogramme die selben, der Kurs des zerstörerischen Wirtschaftswachstums bleibt der selbe, der Einfluss der Lobbys bleibt der selbe.

Deshalb wird es weitergehen. Danke, dass ihr uns bis hierhin begleitet habt! Wir waren der Hungerstreik der letzten Generation.

Der Aufstand hat gerade erst begonnen!

Offener Brief von H. J. Schellnhuber

Offener Brief vom 22. September 2021

Liebe junge Menschen im Klimahungerstreik!


Ihr habt euch von mir ein öffentliches Statement zu eurer Aktion gewünscht, und ich denke, dass ich euch das auch schulde.


Denn ihr beruft euch auf die wissenschaftlichen Einsichten zu den existentiellen Risiken der gegenwärtigen Erderwärmung. Letztere wird zweifellos von unserem Wirtschaften mit fossilen Energieträgern verursacht. Zu diesen Einsichten habe ich in den letzten Jahrzehnten mit Veröffentlichungen beigetragen, und ich habe mich bemüht, die wichtigsten Forschungsergebnisse Entscheidungsträgern und Laien mitzuteilen und zu erklären.
Dass ihr alarmiert seid, ist nur folgerichtig – ich bin selbst in größter Sorge um die Zukunft unserer Zivilisation. (weiterlesen PDF)

Hans Joachim Schellnhuber

#takethechair: Aus dem “Hungerstreik der letzten Generation” wird der Aufbruch der vielen

Die Hungerstreikenden gehen getrennte Wege. Hier kommuniziert der Großteil der Gruppe, der den Streik beendet. Wir sprechen nicht im Namen der Menschen im angekündigten trockenen Hungerstreik. Wir rufen nicht dazu auf in den Hungerstreik zu treten. Ab sofort nutzen wir diese Website: https://take-the-chair.com/

Nach über drei Wochen Hungerstreik lautet das ernüchternde Ergebnis: die Kanzlerkandidat*innen sind im Angesicht der Klimakatastrophe sprech- und handlungsunfähig oder -unwillig. Es gab bis zuletzt keine Bereitschaft für ein öffentliches Gespräch.

Deshalb hat die Mehrzahl der ursprünglich Hungerstreikenden ihre Aktion beendet. Jacob Heinze, Rumen Grabow und Simon Helmstedt haben wieder angefangen zu essen, um zu Kräften zu kommen. Bereits am Sonntag hatten Lina Eichler und Mephisto das Hungern beendet hatten.

„Die Hoffnung liegt nicht in der Politik”, sagt Sprecherin Hannah Lübbert. “Die Hoffnung liegt bei den Menschen, die aufhören zu warten, die aufhören, das „Weiter-So“ zu akzeptieren und überall, auf alle Arten und Weisen, für Veränderung kämpfen.“

#takethechair – Drei Stühle werden frei bleiben, nehmt sie euch

Donnerstag, der 23. September – das ist der Termin, den wir den Kanzlerkandidat*innen vorgeschlagen haben, um mit uns über unsere katastrophale Zukunft zu sprechen. Wir wissen, dass diese Stühle leer bleiben werden.

Mit der „Erklärung der letzten Generation“ begann der Hungerstreik vor 24 Tagen. Darin heißt es:

Liebe Mitmenschen, hört uns bitte an! Wir sind die letzte Generation, die noch handlungsfähig ist. Es gibt nur diesen einen Planeten zum Überleben. […] Unser Klima erhitzt sich und unsere Ökosysteme zerbrechen. Korruption und Machtkonzentration in den Händen weniger rauben uns jede Hoffnung auf Wandel. Mit dem Ausverkauf unserer Zukunft wird jede Minute Profit gemacht.”

Deshalb rufen wir alle Menschen auf, sich diese Stühle zu nehmen – alle, die sehen, dass es so keine Zukunft gibt.

Gemeinsam rufen wir so auch zum globalen Klimastreik am 24.9. auf, und appellieren an Euch, darüber hinaus aktiv zu werden.

#takethechair

Jacob Heinze
Lina Eichler
Mephisto
Rumen Grabow
Simon Helmstedt

Hannah Lübbert (Pressekontakt: 152 0735 0960)

Statement zu Merkel

Am Montag äußerte sich Regierungssprecher Steffen Seibert darüber, dass Angela Merkel unseren Hungerstreik mit Sorge beobachte, aber sich in die Sache nicht einschalte.

Wir, die Hungerstreikenden, empfinden diese Bekundung der Sorge als doppelzüngig und unaufrichtig. Mag ihre private Besorgnis der Wahrheit entsprechen, war es gerade die Politik der vergangenen 16 Jahre unter Angela Merkel, die uns in diese verzweifelte Lage gebracht hat.

Nicht nur wurde politisches Handeln in der Vergangenheit verpasst, auch die Chance sich im letzten Moment ihrer Amtszeit klar für progressiven Klimaschutz zu positionieren, lässt Angela Merkel verstreichen.

Eine neutrale Position kann es in dieser exis­ten­ti­ellen Frage nicht geben, weshalb wir einmal mehr den Appell an die Anwärter*innen des Kanzler*innenamts – Baerbock, Scholz und Laschet – richten, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und endlich der Dringlichkeit der Lage entsprechend zu handeln.

Wie weiter?

Die Gruppe der Hungerstreikenden positioniert sich zur Frage nach dem weiterem Verlauf des Protests und findet zwei verschiedene Antworten auf die Frage, was nach dem Gesprächstermin am kommenden Donnerstag, 23.09., 19:00 Uhr, passiert.


Ein Teil der Hungerstreikenden stellt das Ultimatum, dass sie bei einem abgelehntem Gesprächsangebot in den trockenen Hungerstreik geht und dadurch auch die Aufnahme von Flüssigkeiten verweigert.
Der andere Teil kündigt für diesen Fall ihren Ausstieg aus dem Hungerstreik am Donnerstag an: “Wir treffen für uns die Entscheidung, dass es sich nicht mehr lohnt, den Kanzlerkandidat:innen noch mehr unseres wertvollen Lebens und unserer Gesundheit zu opfern. Wir wollen uns an anderer Stelle in dieser Gesellschaft als lebende, politische und gestaltende Individuen einbringen”.

Nach wie vor verweigern auch Menschen in Hannover, Bonn und Schwerin bereits seit Wochen die Nahrungsaufnahme. Mit dem heutigen Montag treten außerdem vier weitere Menschen in Berlin in den solidarischen Hungerstreik. Zudem werden viele Menschen morgen in Hamburg für mehrere Tage in Solidarität mit uns fasten.

Wir sind berührt von so viel Solidarität, möchten aber noch einmal eindringlich darauf hinweisen, dass wir niemanden zu einem Hungerstreik aufrufen. Ein solcher birgt, insbesondere unvorbereitet, ein enormes gesundheitliches Risiko und bedarf medizinischer Begleitung.

Tag 21: Pressebesuche und Plena

Kamerateams aus der ganzen Welt – weit über Europa hinaus – besuchen uns im Regierungsviertel. Gleichzeitig rauchen unsere Köpfe, weil wir im Plenum über die kommenden Tage diskutieren. Als Tagesabschluss wollen wir euch einen Einblick in unseren Camp-Alltag bieten, mit den sehr persönlichen Fotoeindrücken von Andreas Chudowski.

Tag 20: Belastungen nehmen zu

Gerne würden wir mehr positive Nachrichten teilen, darüber berichten welche Kraft von unserem Protest ausgeht oder über die ganzen tollen Begegnungen schreiben, die wir jeden Tag im Camp erleben. Aber die Lage bei den Hungerstreikenden wird gerade deutlich ernster.

Am heutigen Tag mussten zwei der Hungerstreikenden ins Krankenhaus eingeliefert werden – am Vormittag Lina und am Nachmittag Jacob. Lina musste daraufhin aus medizinischen Gründen aus dem Hungerstreik aussteigen. Auch Mephisto war schon seit einigen Tagen an ihrer äußersten Belastungsgrenze angekommen, sie sah sich ebenfalls gezwungen den Streik aus psychischen Gründen zu beenden.

Jacob befindet sich weiterhin in der Charité. Allen wünschen wir von Herzen alles Gute und schnelle Besserung.

Die Belastungen nehmen drastisch zu. Eine Linderung ist aufgrund der ausbleibenden Reaktion der Politik nicht in Sicht…

Sorge nach Gespräch mit Scholz: SPD-Kanzlerkandidat unterschätzt Ernst der Lage katastrophal.

Berlin. Freitag, den 18. September 2021. Olaf Scholz erklärte gestern Abend in Potsdam in einem direkten Austausch mit Jacob Heinze, Lina Eichler und Unterstützer*innen aus dem Hungerstreik der letzten Generation seine Haltung zur Klimakrise und zur Forderung der Hungerstreikenden. Seine Äußerungen belegen, wie katastrophal er den Ernst der Lage unterschätzt. 

“Olaf Scholz redet in einer beängstigenden Ruhe über seine Pläne, die unser Land direkt in die Klimakatastrophe führen. Das macht mir große Angst.”

Die Hungernden stellen daher nochmals klar:

Was von Frau Baerbock, Herrn Laschet und Herrn Scholz an Gesprächen angeboten wurde, bezieht sich in keiner Weise auf das, wofür wir hungern.
Sie verhöhnen unser Hungern mit ihrem Angebot privater Einzelgespräche nach den Wahlen. Und sie fahren fort, die Öffentlichkeit  mit Halbwahrheiten zu täuschen – genau wie in den Fragen der Klimapolitik. 

Richtig ist: Wir sechs Menschen der jungen Generation riskieren mit diesem Hungerstreik unsere Gesundheit, um ein öffentliches Gespräch vor den Wahlen zu führen, damit Gesundheit und Leben aller Menschen nicht länger verhökert werden können. 

Dieses Gespräch wird thematisieren, dass unsere Lebensgrundlagen gerade auf unvorstellbare und nicht wieder rückgängig zu machende Weise zerstört werden. Diese Wahrheit müssen wir an uns heranlassen. 

Richtig ist, dass die Kanzlerkanditat*innen den Menschen die Wahrheit über die Dramatik dieser Lage nicht zumuten und deshalb auch die notwendigen Veränderungen, um den Klimakollaps noch aufzuhalten, nicht in Gang bringen können. 

Unsere Einladung zu einem gemeinsamen öffentlichen Gespräch öffnet ihnen die Tür, die Wahrheit auszusprechen. Das von uns geforderte Einsetzen eines Bürger*innenrats zur Klimapolitik und erforderlichen Sofortmaßnahmen schafft die Möglichkeit, breite Zustimmung über notwendige weitreichende Maßnahmen herzustellen. 

Deshalb werden wir dieses öffentliche Gespräch führen, am 23.September 2021, 19 Uhr, vor dem Reichstag, die Einladung an die Kanzlerkandidat*innen gilt. Ihre Zusage wird unseren Hungerstreik beenden.


Hungerstreikende Lina (19 Jahre) im Krankenhaus

Heute, am Morgen des 20 Tages im Hungerstreik ist Lina im Camp zusammengebrochen. Sie wurde mit dem Rettungswagen in die Charité gebracht.
Wir sind voller Sorge um die Gesundheit von Lina und der anderen Hungerstreikenden. Wir müßen verzweifelt mit ansehen, wie die Politik die Augen verschließt – vor dem Zustand der Hungerstreikenden und vor dem unseres Planeten.

Unser Forderung nach einem öffentlichen Gespräch am 23.9.2021 um 19 Uhr vor dem Reichstag mit den drei Kanzlerkanditat*innen gilt.

Wir beenden unseren Hungerstreik, sobald wir eine Zusage bekommen.

Tag 19: Statement von Lina

Weil heute schon Menschen wegen der Klimakrise leiden und sterben, ist Lina im unbefristeten Hungerstreik. Sie sieht es als ihre Pflicht ihre Privilegien zu nutzen, um globale Gerechtigkeitskämpfe wie Klimagerechtigkeit, Anti-Rasissmus, Queer-Feminismus und Anti-Kapitalismus zu verbinden

Viel Unterstützung

Nicht nur an der Spree ist der Hungerstreik zu Hause – immer mehr Menschen im ganzen Land solidarisieren sich mit der letzten Generation und bringen ihre Unterstützung auf die Straße.

Wir sind ergriffen von den Aktionen, die uns erreichen. Gemeinsam können wir gerade viel erreichen!

In Lübeck gab’s eine sehr medienwirksame Kunstblutaktion, in Bremen wurde Armin Laschet mit Transparenten empfangen, Annalena Baerbock wurde unter anderem in Chemnitz mit uns konfrontriert – und aus Hamburg haben wir ein ganz besonderes Video bekommen:

Tag 18: Mephisto berichtet

Mephisto berichtet heute, am 16.09. über ihren Zustand und teilt ihre Gedanken zum aktuellen Stand im Hungerstreik. Wie weit müssen wir noch an unsere Grenzen gehen, bis sich etwas bewegt?

Wenn Du uns unterstützen möchtest, dann setze Dich für unser gemeinsames Anliegen ein, dass die Klimakrise aufgehalten wird. Mache Dir nicht sorgen um uns, sondern mache die Sorgen um deine Zukunft und die der heutigen Kinder, der kommenden Generationen. Schaue unter Fakten & Mitmachen, Spenden.

Tag 17: Pressekonferenz

Tag 17: Am 15.7. haben wir unsere dritte Pressekonferenz gegeben – und die war in vielerlei Hinsicht anders als die beiden zuvor. Nicht nur, dass wir diesmal im Camp anstatt vor dem Reichstagsgebäude zusammengekommen sind und durch die Ereignisse der letzten Tage viel zu berichten hatten, auch war der Presseandrang diesmal jenseits all unserer Erwartungen. Wir haben während der Konferenz klar gemacht, dass wir das Angebot der drei Kanzlerkandidat*innen von nicht-öffentlichen Einzelgesprächen nach der Wahl, nicht annehmen werden und unseren Protest fortsetzen. Endlich sind wir nicht nur im Politikgeschehen, sondern auch in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Der Druck auf die drei Kanzlerkandidat*innen steigt!

Eine Auswahl der Berichterstattung stellen wir fortlaufend hier zusammen: http://hungerstreik2021.de/berichterstattung/

Wir lehnen das Angebot der Kanzlerkandidat*innen ab

Die drei Kanzlerkandidat*innen hatten gestern in einem gemeinsamen Schreiben an die Hungerstreikenden erklärt, dass sie “einzeln, persönlich und nicht öffentlich nach der Wahl” zu Gesprächen bereit seien.

Die Hungerstreikenden erklären: “Das Angebot ist das Gegenteil dessen, was wir fordern. Ein Gespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist undenkbar. Wir brauchen einen kollektiven Moment des Aufwachens. Ein Gespräch nach der Wahl – die ja die Schicksalswahl ist, um die es uns geht – ist ausgeschlossen. Offenbar ist das einzige, was die KandidatInnen Frau Baerbock, Herrn Laschet, Herrn Scholz, eint: dass die Zukunft der jungen Generation ihnen nicht so wichtig ist.”

Jacob Heinze, der gestern kollabiert war, ist aus dem Krankenhaus zurück und setzt den Hungerstreik fort . Der Gesundheitszustand der Hungernden verschlechtert sich rapide.

Der Hungerstreik geht auch nach 17 Tagen weiter (Pressemitteilung).

Tag 16: Wir können nicht länger warten

Tag 16: Gegen 15 Uhr ist Jacob Heinze (27) nach 16 Tagen im Hungerstreik im Camp des Hungerstreiks der letzten Generation zusammengebrochen und wurde mit dem Krankenwagen in die Charité in Berlin Mitte gebracht. Wir können jetzt nicht länger warten und legen selbst einen Termin fest: Am 23. September, 19 Uhr, werden die Hungerstreikenden die Kanzlerkandidat*innen erwarten, um mit ihnen das geforderte öffentliche Gespräch zu führen. Eine öffentliche Zusage der Kanzlerkandidat*innen zu diesem Gespräch beendet umgehend den Hungerstreik.

Die gesamte Pressemitteilung findet ihr hier.

Jacob im Krankenhaus

Foto: Carsten Witte

Heute, am 14.09.2021 ist gegen 15 Uhr Jacob Heinze (27) nach 16 Tagen im Hungerstreik im Camp des Hungerstreiks der letzten Generation zusammengebrochen. Er wurde mit dem Krankenwagen in die Charité in Berlin Mitte gebracht.

Im Namen der Hungerstreikenden wird seit einiger Zeit mit den Büros der Kanzlerkandidat*innen über einen Termin verhandelt, der es allen ermöglicht, einen gemeinsamen Gesprächstermin wahrzunehmen. Eine Einigung wurde nicht erzielt. Wir können jetzt nicht länger warten und legen selbst einen Termin fest:

Am 23. September, 19 Uhr, werden die Hungerstreikenden die Kanzlerkandidat*innen erwarten, um mit ihnen das geforderte öffentliche Gespräch zu führen. Eine öffentliche Zusage der Kanzlerkandidat*innen zu diesem Gespräch beendet umgehend den Hungerstreik.

Wahlkampftermine können kein Grund sein, die Zukunft der Jugend zu ignorieren – es geht um unser Leben!

Es geht um die Zukunft unserer Generation, die durch eine völlig unzureichende Klima-Politik zerstört wird.

Tag 15: Hungerstrike international.

Neben einem Kamerateam aus Deutschland (Pro 7) hatten wir heute auch eines aus Frankreich da (AFP). Ebenso Presse aus Großbritannien (BBC), sowie aus Belgien.

Auch das Schweizer Fernsehen (SRF) schaute kurz vorbei. Neben viel Medienrummel machte sich an diesem Tag besonders bemerkbar, wie der Hungerstreik an uns allen nagt – auch darüber wollen wir euch berichten. Der körperliche Zustand der Hungerstreikenden wird zunehmend ernster und auch mental kommen viele im ganzen Team an ihre Grenzen. Durch Redekreise und professionelle psychologische Hilfe versuchen wir, trotz aller Belastungen und Termine, eine regenerative Kultur zu leben.

Die tollen Fotos, die wir euch heute zeigen sind von Timo Knorr – danke für deine Unterstützung!

Nach Wahlkampf-Weiter-So: Hungerstreikende setzen am 15. Tag auch Vitamin-Saft ab

Im Triell wurde Klimaschutz erneut als Frage von Industriestandort und Technologie-”Entfesselung” dargestellt. Dabei geht es um einen wahrscheinlichen Zusammenbruch des Klimasystems, um die Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschen, insbesondere der jungen. Dennoch gibt es – nach zwei Wochen Hungerstreik – keine Gesprächsbereitschaft der drei Kanzlerkandidat*innen, von Armin Laschet vollständige Ignoranz des Anliegens.

“Unsere Lage spitzt sich zu. Wir sind verzweifelt. Wir müssen jetzt ehrlich reden”.

Die jungen Menschen im Hungerstreik verzichten ab sofort mehrheitlich auch auf verdünnten Vitaminsaft.

Tag 14: Wir sind noch unterwegs

Tag 14: Am gestrigen Mittag hat uns Der Jugendrat besucht – als Auftakt ihrer Bustour durch Deutschland, haben sie bei uns vorbei geschaut und sich öffentlich mit unserem Protest solidarisiert.

Etwa gleichzeitig waren einige unserer Hungerstreikenden bei einer Veranstaltung der Klimaliste Berlin im Monbijou Theater. Dort nahmen sie an einer Podiumsdiskussion teil und unterhielten sich u.A. mit dem Politiker Hans-Josef Fell.

Am Abend ging es für uns zum Aufzeichnungsort des Fernseh-Triells: Mit einem Banner nahmen wir Armin Laschet in Empfang, der uns leider nur eines kurzen Blicks würdigte und beim Stichwort „Hungerstreik“ schnell abwandte.