Tag 18: Mephisto berichtet

Mephisto berichtet heute, am 16.09. über ihren Zustand und teilt ihre Gedanken zum aktuellen Stand im Hungerstreik. Wie weit müssen wir noch an unsere Grenzen gehen, bis sich etwas bewegt?

Wenn Du uns unterstützen möchtest, dann setze Dich für unser gemeinsames Anliegen ein, dass die Klimakrise aufgehalten wird. Mache Dir nicht sorgen um uns, sondern mache die Sorgen um deine Zukunft und die der heutigen Kinder, der kommenden Generationen. Schaue unter Fakten & Mitmachen, Spenden.

Tag 17: Pressekonferenz

Tag 17: Am 15.7. haben wir unsere dritte Pressekonferenz gegeben – und die war in vielerlei Hinsicht anders als die beiden zuvor. Nicht nur, dass wir diesmal im Camp anstatt vor dem Reichstagsgebäude zusammengekommen sind und durch die Ereignisse der letzten Tage viel zu berichten hatten, auch war der Presseandrang diesmal jenseits all unserer Erwartungen. Wir haben während der Konferenz klar gemacht, dass wir das Angebot der drei Kanzlerkandidat*innen von nicht-öffentlichen Einzelgesprächen nach der Wahl, nicht annehmen werden und unseren Protest fortsetzen. Endlich sind wir nicht nur im Politikgeschehen, sondern auch in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Der Druck auf die drei Kanzlerkandidat*innen steigt!

Eine Auswahl der Berichterstattung stellen wir fortlaufend hier zusammen: http://hungerstreik2021.de/berichterstattung/

Wir lehnen das Angebot der Kanzlerkandidat*innen ab

Die drei Kanzlerkandidat*innen hatten gestern in einem gemeinsamen Schreiben an die Hungerstreikenden erklärt, dass sie “einzeln, persönlich und nicht öffentlich nach der Wahl” zu Gesprächen bereit seien.

Die Hungerstreikenden erklären: “Das Angebot ist das Gegenteil dessen, was wir fordern. Ein Gespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist undenkbar. Wir brauchen einen kollektiven Moment des Aufwachens. Ein Gespräch nach der Wahl – die ja die Schicksalswahl ist, um die es uns geht – ist ausgeschlossen. Offenbar ist das einzige, was die KandidatInnen Frau Baerbock, Herrn Laschet, Herrn Scholz, eint: dass die Zukunft der jungen Generation ihnen nicht so wichtig ist.”

Jacob Heinze, der gestern kollabiert war, ist aus dem Krankenhaus zurück und setzt den Hungerstreik fort . Der Gesundheitszustand der Hungernden verschlechtert sich rapide.

Der Hungerstreik geht auch nach 17 Tagen weiter (Pressemitteilung).

Tag 16: Wir können nicht länger warten

Tag 16: Gegen 15 Uhr ist Jacob Heinze (27) nach 16 Tagen im Hungerstreik im Camp des Hungerstreiks der letzten Generation zusammengebrochen und wurde mit dem Krankenwagen in die Charité in Berlin Mitte gebracht. Wir können jetzt nicht länger warten und legen selbst einen Termin fest: Am 23. September, 19 Uhr, werden die Hungerstreikenden die Kanzlerkandidat*innen erwarten, um mit ihnen das geforderte öffentliche Gespräch zu führen. Eine öffentliche Zusage der Kanzlerkandidat*innen zu diesem Gespräch beendet umgehend den Hungerstreik.

Die gesamte Pressemitteilung findet ihr hier.

Jacob im Krankenhaus

Foto: Carsten Witte

Heute, am 14.09.2021 ist gegen 15 Uhr Jacob Heinze (27) nach 16 Tagen im Hungerstreik im Camp des Hungerstreiks der letzten Generation zusammengebrochen. Er wurde mit dem Krankenwagen in die Charité in Berlin Mitte gebracht.

Im Namen der Hungerstreikenden wird seit einiger Zeit mit den Büros der Kanzlerkandidat*innen über einen Termin verhandelt, der es allen ermöglicht, einen gemeinsamen Gesprächstermin wahrzunehmen. Eine Einigung wurde nicht erzielt. Wir können jetzt nicht länger warten und legen selbst einen Termin fest:

Am 23. September, 19 Uhr, werden die Hungerstreikenden die Kanzlerkandidat*innen erwarten, um mit ihnen das geforderte öffentliche Gespräch zu führen. Eine öffentliche Zusage der Kanzlerkandidat*innen zu diesem Gespräch beendet umgehend den Hungerstreik.

Wahlkampftermine können kein Grund sein, die Zukunft der Jugend zu ignorieren – es geht um unser Leben!

Es geht um die Zukunft unserer Generation, die durch eine völlig unzureichende Klima-Politik zerstört wird.

Tag 15: Hungerstrike international.

Neben einem Kamerateam aus Deutschland (Pro 7) hatten wir heute auch eines aus Frankreich da (AFP). Ebenso Presse aus Großbritannien (BBC), sowie aus Belgien.

Auch das Schweizer Fernsehen (SRF) schaute kurz vorbei. Neben viel Medienrummel machte sich an diesem Tag besonders bemerkbar, wie der Hungerstreik an uns allen nagt – auch darüber wollen wir euch berichten. Der körperliche Zustand der Hungerstreikenden wird zunehmend ernster und auch mental kommen viele im ganzen Team an ihre Grenzen. Durch Redekreise und professionelle psychologische Hilfe versuchen wir, trotz aller Belastungen und Termine, eine regenerative Kultur zu leben.

Die tollen Fotos, die wir euch heute zeigen sind von Timo Knorr – danke für deine Unterstützung!

Nach Wahlkampf-Weiter-So: Hungerstreikende setzen am 15. Tag auch Vitamin-Saft ab

Im Triell wurde Klimaschutz erneut als Frage von Industriestandort und Technologie-”Entfesselung” dargestellt. Dabei geht es um einen wahrscheinlichen Zusammenbruch des Klimasystems, um die Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschen, insbesondere der jungen. Dennoch gibt es – nach zwei Wochen Hungerstreik – keine Gesprächsbereitschaft der drei Kanzlerkandidat*innen, von Armin Laschet vollständige Ignoranz des Anliegens.

“Unsere Lage spitzt sich zu. Wir sind verzweifelt. Wir müssen jetzt ehrlich reden”.

Die jungen Menschen im Hungerstreik verzichten ab sofort mehrheitlich auch auf verdünnten Vitaminsaft.

Tag 14: Wir sind noch unterwegs

Tag 14: Am gestrigen Mittag hat uns Der Jugendrat besucht – als Auftakt ihrer Bustour durch Deutschland, haben sie bei uns vorbei geschaut und sich öffentlich mit unserem Protest solidarisiert.

Etwa gleichzeitig waren einige unserer Hungerstreikenden bei einer Veranstaltung der Klimaliste Berlin im Monbijou Theater. Dort nahmen sie an einer Podiumsdiskussion teil und unterhielten sich u.A. mit dem Politiker Hans-Josef Fell.

Am Abend ging es für uns zum Aufzeichnungsort des Fernseh-Triells: Mit einem Banner nahmen wir Armin Laschet in Empfang, der uns leider nur eines kurzen Blicks würdigte und beim Stichwort „Hungerstreik“ schnell abwandte.

Tag 13: Wir hungern, bis die Politik handelt

Tag 13: Unsere Hungerstreikende Lina hat Geburtstag und wird 19 Jahre alt. Ein Geburtstag ohne Torte und Party – dafür geprägt von Hunger und Hilflosigkeit. Dennoch haben wir versucht, das beste draus zu machen.

Wir sind sehr dankbar, dass sich Yi Yi Prue am Nachmittag die Zeit genommen hat, für uns nach Berlin zu kommen. Yi Yi ist Rechtsanwältin aus Bangladesch und setzt sich insbesondere für die Rechte indigener Menschen und globale Klimagerechtigkeit ein. Mehrere Stunden haben wir mit ihr u.A. über die Verantwortung privilegierter Menschen, wie wir im Hungerstreik es sind, gesprochen.

Am Abend haben wir das Berlin Festival of Lights als Anlass genommen unsere Botschaft metergroß auf verschiedene Häuserwände in Berlins Innenstadt zu projizieren: Wir hungern, bis die Politik handelt!

Wir brauchen jetzt mutige Menschen, die mitanpacken

Vortrag: Die letzte Generation, der Hungerstreik und wie du mitmachen kannst.
Jeden Montag und Donnerstag 18 Uhr

Diejenigen, die das Privileg haben zu wissen, haben die Pflicht zu handeln.

Albert Einstein

Du bist angesichts des Klimakollaps verzweifelt und willst mehr tun? Siehst, wie politisch alles nichts wird und nichts bringt und willst einen Schritt weiter gehen, es endlich ernst meinen und die Gesellschaft wachrütteln?

Wir auch. Wir sind die letzten Generation, die die Katastrophe des unumkehrbaren Klimazusammenbruchs aufhalten kann.

Im Briefing kannst du mit den Hungernden sprechen. Wir brauchen jetzt mutige Menschen, die mitanpacken. Jeder Menschen kann dazu beitragen.

Zoom-Link

Unsere Forderungen

Wir beenden den Hungerstreik, wenn unsere Forderungen erfüllt sind. Diese lauten:

  1. Ein sofortiges Gespräch mit Ihnen, den drei Kanzlerkandidat*innen Herrn Laschet, Herrn Scholz und Frau Baerbock, über den Mord an der jungen Generation.
  2. Das Versprechen von Ihnen, in einer neuen Regierung direkt einen Bürger*innenrat einzuberufen. In diesem sollten Sofortmaßnahmen gegen die Klimakrise, unter anderem eine 100% regenerative Landwirtschaft, besprochen werden.

Tag 12: Wir machen weiter!

Heute hat Cem Özdemir uns klar gemacht, dass er nicht mir uns sprechen will.

Ansonsten war der Tag gespickt von noch mehr Presse- und Fototerminen. Viel ist außerdem „hinter den Kulissen passiert“ – Dinge, über die zu berichten nicht besonders spannend ist, aber die dennoch wichtig sind, um unseren Protest zu organisieren und größer werden zu lassen.
Wir machen weiter!

Appell an die Kanzlerkandidat*innen

Hallo Olaf, Annalena, Armin, wir müssen reden. Endlich ehrlich reden. Denn wir haben ein fettes Problem. Wir rasen mit Vollgas auf den Klimazusammenbruch zu, der für Milliarden Menschen Leid und Tod bedeutet.

Du willst Kanzlerin werden, du willst Verantwortung tragen. Aber kannst du dieser Verantwortung gerecht werden? Keine der großen Parteien nimmt den Klimazusammenbruch ernst. Ihr macht grüne Lippenbekenntnisse, aber fördert ein katastrophales „Weiter so“. Niemand von euch will das umsetzen, was es jetzt braucht.

Wir sind verzweifelt, denn die Klimakrise zu ignorieren, heißt unser Recht auf Leben zu missachten. Deswegen hungern wir, bis ihr handelt.
Wir fordern ein Gespräch mit uns und das Versprechen einen Bürgerinnenrat einzuberufen, der die jetzt notwendigen Schritte einleitet.

Unser Leben liegt in euren Händen!

Tag 11: Was für ein Tag!

What a Day! Presse-Workshop, Online-Briefing, Besuch bei Olaf Scholz, Besuch beim Sommerfest der Generationenatiftung, Mahnwache am Reichstag, ARTE-Aufzeichnung mit Ronja von Rönne, Portraitfotografien unserer Hungerstreikenden… beinahe mehr Programm als in einen Tag passt.

Und neben all dem Trubel der heute passiert ist, müßen wir auch noch über den gesundheitlichen Zustand unser Hungerstreikenden berichten: Leider machen sich immer schwerere Folgen bemerkbar. Jacob ist heute fast ohnmächtig geworden, sodass er einer medizinischen Notfall-Versorgung unterzogen werden musste.

Auch anderen Streikenden ging es den Tag über bemerkbar schlechter. Wie lange wollen die Politiker*innen noch warten? Wir brauchen das Gespräch jetzt!

Tag 10: Media-Day!

Schon als wir aufstehen, haben wir das erste Fernsehteam im Camp – sie filmen die Hungerstreikenden bei ihrer morgendlichen Routine und machen Interviews. Kaum ist dieser erste Dreh abgeschlossen, steht auch schon das nächste Kamerateam auf der Matte.

Gegen 15 Uhr machen wir uns dann gemeinsam auf Richtung Reichstag. Dort geben wir an Tag 10 des Hungerstreiks unsere zweite Pressekonferenz.

Neben den Hungernden kommen diesmal auch ihre Eltern und Verwandten zu Wort. Leider müssen wir verkünden, dass eine der Streikenden aussteigen musste – gleichzeitig haben sich weitere Menschen dezentral unserem Streik angeschlossen, die ebenfalls zu Wort kommen.

Am Nachmittag macht eine dpa Meldung die Runde, die unser gestriges Telefonat mit Annalena Baerbock zum Thema hat (Berichtererstattung).

Die Eltern der Hungernden sind wütend – nicht auf ihre Kinder

Aus allen Familien der hungerstreikenden jungen Menschen kommt Unterstützung – Eltern sind
besorgt, verzweifelt, wütend, kämpferisch.

Auf dem Podium unserer Pressekonferenz dabei ist Eckart Pscheidl-Jeschke aus Lüneburg, der Vater des 21-jährigen Henning Jeschke. Er schildert persönlich das Anliegen, das alle Eltern aller Kinder teilen dürften:
“Es ging uns immer darum, dass unser Sohn gut heranwächst. Jetzt habe ich sehr große Angst um ihn. Aber ich teile die Einschätzung und die Entscheidung meines Sohnes zu diesem Hungerstreik.”
Er bittet die Kanzlerkandidat*innen:
“Das Ende des Hungerstreiks hängt an zwei Forderungen, die leicht zu erfüllen sind, es geht um ein Gespräch, bitte führen sie dieses Gespräch. Die zweite Forderung ist die Einführung eines Bürger*innenrats, eine politisch sinnvolle Forderung. Ich appelliere an Sie: Beenden Sie den Hungerstreik.”

Die Mutter des 22-jährigen Simon Helmstedt lässt einen sehr persönlichen Brief auf unserer heutigen Pressekonferenz verlesen. Darin schreibt sie:
“Meinen Sohn weinen zu sehen und seine Verzweiflung und Wut zu erleben, ist kaum auszuhalten. … Der Hungerstreik ist für meine Vorstellungskraft schon das letzte Mittel, was man als Kämpfender wählen kann. Und wenn sie scheitern mit diesem Streik, was kommt dann?” Sie schließt mit einem Appell an die Kanzlerkandidat*innen: “Bitte gehen Sie auf die Streikenden zu und hören Sie sich die Gründe ihres Hungerstreiks an – und setzen sie sich ihrer Verzweiflung aus.”

Die Pressekonferenz schließt mit dem verlesenen Aufruf der Mutter von Jacob Heinze, einem der Hungernden. Sie richtet sich auch an ihre Generation, die der über 55-Jährigen:
”Geweckt werden, vom eigenen Sohn, mit dem Ruf: Wir sind in Lebensgefahr!, ist nicht nur erschreckend und Angst einflößend. Es beschämt mich auch. Ich empfinde NICHT Scham, weil die Hungerstreikenden etwas tun, was zu radikal erscheint, um Erfolg zu haben, sondern es beschämt mich, dass ich nicht viel eher versucht habe, das Leben meines Sohnes, überhaupt das Leben auf dieser Erde zu schützen.”

Sie weist darauf hin, dass die Kinder die Elterngeneration trotzdem nicht anklagen, sondern stattdessen auffordern, nicht nur zu reden oder “nickend weisen Kritiker*innen zuzuhören, vielleicht gar vor Schreck zu erstarren und lieber die nächste Ablenkung zu genießen, sondern zu handeln”.

Und auch sie appelliert an die Politik: “In Berlin sitzen sechs junge Leute und hungern. Werte Anwärter*innen auf das Kanzleramt, diese jungen Menschen haben eine Botschaft für Sie!”

Der Hungerstreik der letzten Generation geht weiter.

Die letzte Generation, der Klimakollaps und was du tun kannst.

Du bist angesichts des Klimakollaps verzweifelt und willst mehr tun? Siehst, wie politisch alles nichts wird und nichts bringt und willst einen Schritt weiter gehen, es endlich ernst meinen und die Gesellschaft wachrütteln?

Wir auch. Wir sind die letzten Generation, die die Katastrophe des unumkehrbaren Klimazusammenbruchs aufhalten kann.

Im Briefing kannst du mit den Hungernden sprechen. Wir brauchen jetzt mutige Menschen, die mitanpacken. Was haben wir schon zu verlieren?

Donnerstags online: https://us02web.zoom.us/j/84277371041
Freitags im Camp: Spreebogenpark (hinter’m Paul-Löbe-Haus)

Tag 9: Der Druck auf die Politik steigt

Tag 9: Nach Morgenroutine und Tages-Check-In bekamen wir am Vormittag unverhofft Besuch von der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Petra Pau, sowie dem MdB Friedrich Straetmanns. In einer Pause während der letzten Bundestagssitzung vor der Wahl, nahmen die beiden sich die Zeit mit uns über den Hungerstreik zu reden.

Nur kurze Zeit später klingelt dann unser Telefon: dran ist Annalena Baerbock, die ein etwa 15-minütiges Gespräch mit uns führt. Sie bittet die Hungernden wieder mit der Nahrungsaufnahme zu beginnen. Zu einem 2-stündigen öffentlichen Gespräch, wie von uns gefordert, ist sie aktuell nicht bereit.

Der Druck auf die Politik steigt! Unsere Aktion macht eine große Runde – „Davon habe ich nichts gewusst“ ist jetzt keine Ausrede mehr!

Tag 8: Unsere Mahnwache vorm Reichstag

Tag 8: Auch heute sind wir mit unserer Mahnwache wieder vor das Reichstagsgebäude gezogen. Hier, an dem Ort, an welchen die Zukunft Deutschlands massgeblich gestaltet wird, machen wir unseren entschlossenen Protest (fast) tagtäglich sichtbar: Wir kommen mit Menschen in’s Gespräch, verlesen unsere Deklaration und erhalten viel Zuspruch.