Mephisto, 18 Jahre:

Foto: Carsten Witte

“Als ich das erste mal davon gehört habe, dass Menschen dieses Jahr in den
Hungerstreik gehen, dachte ich: Krass…

Aber es ist einfach nicht okay, was da draußen passiert und wie damit umgegangen wird. Überall auf der Welt sterben jetzt schon Menschen wegen der Klimakrise. Seit Jahrzehnten wurden wir gewarnt. Als das Pariser Klimaabkommen aufgesetzt wurde, war klar dass wir auf eine Katastrophe zusteuern. Die Regierung hat es einfach ignoriert, obwohl sie es hätten aufhalten können. Stattdessen hat sie geblendet von Geld und Macht weggeschaut und sie tut es immer noch. Genau so, wie zu viele Menschen wegschauen und verdrängen wollen, was direkt vor unseren Augen passiert.

Wir sind die letzte Generation, die die Katastrophe des unumkehrbaren Klimazusammenbruchs noch aufhalten kann und das macht mir bei unserer Regierung und ihrem jetzigen Verhalten verdammt viel Angst. Ich habe verschiedene Formen des Aktivismus versucht, von Mahnwachen über Demos zu Zivilem Ungehorsam und Blockaden. Ich bin an die Regierungsgebäude gegangen und habe versucht mit Gruppen von Menschen unser Anliegen in die Öffentlichkeit zu bringen, versucht auf unseren Notstand aufmerksam zu machen und Druck auszuüben. Worauf ich danach primär gestoßen bin, waren Polizeigewalt, Repressionen und Politiker:innen die uns weiter ignoriert haben. Ich habe mir sehr lange den Kopf darüber zerbrochen, was denn noch alles passieren muss. Was passieren muss bis endlich einmal gehandelt wird, bevor es schon zu spät ist. Was ich noch alles tun muss, wie weit ich an meine Grenzen gehen muss.

Ich bin bereit sehr vieles dafür zu opfern, denn ich möchte später nicht sagen, dass ich weggeguckt habe und von nichts wusste. Denn ich weiß es. Genau deswegen sehe ich es als meine Verpflichtung alles zu geben – und wenn das bedeutet meine eigene Gesundheit aufs Spiel setzen zu müssen, dann tue ich auch das.

Deswegen habe ich mich dazu entschieden ab dem 30. August mit einer Gruppe von entschlossenen Menschen, die genauso denken wie ich, in den unbefristeten Hungerstreik zu gehen.”

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